Im Markt der hochwertigen Kompaktkameras wird es immer schwieriger eine Auswahl zu treffen. Ich habe mir die Frage gestellt, welche ich wählen würde. Meine Auswahl hat sich nach Durchsicht der Modelle auf zwei Kameras reduziert: die Canon G1X und die Fuji X10.
Systemkamera statt Edelkompakte
Wer die Wahl hat, hat die Qual! Derzeit stehen Edelkompaktkameras hoch im Kurs, sei es die Fuji X10 oder die Nikon P7100 und die Canon G12. Allerdings sind diese immer noch zu hohen Preisen erhältlich. Günstiger und besser geht es mit spiegellosen Systemkameras, welche derzeit als Auslaufmodelle noch im Angebot sind. Die Vorteile liegen auf der Hand: die Kameras sind ebenso kompakt, besitzen einen größeren Sensor, die Bedienung ist meist wesentlich besser und die Bildqualität auch. Nicht zu unterschätzen ist die Möglichkeit die Optik zu wechseln. Aus meiner Sicht gibt es keinen Grund eine Edelkompaktkamera einer Systemkamera vorzuziehen. Schon gar nicht bei den jetzigen Preisen.
So ist die Olympus E-PL1 mit 14-42mm Objektiv bei Amazon schon für EUR 261,99 erhältlich. Die Panasonic GF2 inkl. Kitoptik für EUR 382,-
Günstiger kommt man an ein hochwertiges Kamerasystem nicht ran. Die Nachfolger der oben genannten Modelle sind hinsichtlich der Bildqualität oder der Features nur um Nuancen besser (wenn überhaupt). Allerdings sollte man sich beeilen, Weihnachten steht vor der Tür und bei den Modellen handelt es sich um Auslaufmodelle. Wann bekommt man schon so viel Technik und Qualität zum Preis einer mittleren Kompaktkamera?
Fuji Finepix X10 Kompaktkamera
Endlich tut sich was bezüglich der Berichterstattung über die neue Fuji X10 Kompaktkamera. Von Steve Huff gibt es ein recht ausführlichen Testbericht. Ein Video und ein “Hands-On-Preview” gibt es bei den Kollegen von dpreview.com. Aus meiner Sicht ist die Fuji eine Klasse-Kompaktkamera aber nicht wirklich kompakt. Allerdings sind die Konkurrenten wie die Nikon P7100 oder die Canon G12 auf keine wirklich kleinen Kameras. Bemängelt wird noch der optische Sucher, dieser soll nicht wirklich brauchbar sein und des Weiteren keine Einblendung von Paramtern ermöglichen. Bin mal auf die ersten Tests von dpreview gespannt. Bei Amazon kostet die Kamera momentan 529,- Euro, was noch OK ist. Allerdings bekommt man für das Geld auch eine Systemkamera mit größerem Sensor und besserer Ausstattung. Interessantes Bildmaterial von der Fuji X10 gibt es auf Flickr. Interessenten sollten sich diese Bilder mal ansehen.
Fuji X10 Kompaktkamera Besprechung
Spiegel-Online hat eine Besprechung der der Fuji X10 Kompaktkamera ins Netz gestellt und bezeichnet sie als “Gernegroß-Kamera mit Retro-Chic”. Bis auf die Größe der Kamera und den optischen Sucher kommt die Fuji sehr gut weg. Für Interessenten der neuen Fuji Lesenswert.
Fuji schafft es wieder mal zu überraschen, mit einer Kamera mit der keiner gerechnet hat: die Fuji X10 Kompaktkamera. Anscheinend versucht der Hersteller in das Segment der High-End-Kameras vorzustoßen, wie man auch schon an der Fuji X100 beobachten konnte. Das ist an sich begrüßenswert, mittelmäßige Kompaktkameras gibt es schon genug. Zudem ist die Marge bei hochwertigen Kameras größer. Was als erstes auffällt ist das Retro-Styling der X10. Natürlich ist das Geschmackssache und es gibt nicht wenig Fotografen denen das Aussehen der Kameras egal ist, solange die Funktionalität gewährleistet ist (ich bin so einer). Wenn man als Hersteller in einer höheren Preisklasse punkten will, dann ist
der Retro-Style momentan der richtige Weg.
Die Fuji X10 besitzt ein schwarzes Metallgehäuse mit einer klassisch aussehenden Belederung. Ein optischer Durchsicht-Sucher mit 80% Bildabdeckung ist ebenfalls vorhanden. Der bei der X100 verwendete Hybrid-Sucher wurde nicht verbaut. Ein guter Durchsicht-Sucher ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal in dieser Kameraklasse. Auf der Rückseite gibt es explizite Tasten für den RAW-Modus, Weißabglich, AE, Autofokus und ein Menübutton mit einem Einstellrad. Eine Direkttaste für die Aufnahme von Videos habe ich nicht gefunden. Auf der Oberseite der Kamera gibt es ein Moduswahlrad und ein Rad für die Belichtungskorrektur. Es scheint als ob die Bedienung hauptsächlich auf das Fotografieren ausgelegt ist.Das Display der Kamera hat eine Diagonale von 2,8″ und ist mit 460.000 Pixeln noch ok. Zum Einsatz kommt ein klassischer 2/3″ EXR CMOS Sensor mit 12MP Auflösung. Das verspricht ein gutes Rauschverhalten. Der Sensor ist übrigens größer wie der einer Olympus XZ-1 oder Canon G12. Das 4-fach Zoomobjektiv reicht von f/2 bis f/2.8 in der Telestellung, ist also sehr lichtstark. Leider fängt es erst bei 28mm in der Weitwinkelstellung an. Ansonsten bietet die Kamera alle aktuellen Features wie Bildstabilisator, RAW, Full HD-Video und die von Fuji bekannten EXR-Modi. Aus meiner Sicht hat Fuji mit der X10 eine sehr interessante Kamera vorgestellt. Insbesondere die Sensorgröße, Lichtstärke des Objektivs, Sucherkonzept, manuelle Einstellmöglichkeiten und RAW-Modus sind sehr vielversprechend. Das alles in einem klassischen und kompakten Gehäuse. Gut auch dass sich Fuji dem Megapixelwahn entzogen hat. Jetzt kommt es nur noch auf die Sensor/Optik Abstimmung und damit auf die resultierende Bildqualität an. Leider hat Fuji keinen Preis genannt. Ich denke er wird so um die 500 Euro liegen. Damit konkuriert die Fuji natürlich mit den Einstiegsmodellen der spiegellosen Systemkameras.
Ich finde es gut dass Fuji in letzter Zeit mehr an die Fotografen denkt und hochwertige Kameras wie die X100 und jetzt die X10 produziert. Manchen wird die X100 zu teuer und durch die Festbrennweite zu unflexibel sein. Mit der X10 bietet sich eine interessante Alternative.


