Nachdem ich im ersten Teil meine Meinung zum Gehäuse, Design und der Bedienung geäußert habe, kommt jetzt meine Einschätzung zur Ausstattung, Sensoren und den verbauten Objektiven!

Ausstattung: beide Kameras, sowohl die G1x als auch die Fuji X10 sind brechend voll mit Ausstattungsdetails. Die vielfältigen Motivprogramme werde ich hier nicht betrachten, denn ich halte sie schlichtweg für überflüssig! Wichtig ist das beide Kameras das RAW-Format unterstützen. Weiterhin bieten beide Kameras einen eingebauten Blitz und einen Blitzschuh. Kommen wir zum Display: die Fuji X10 besitzt einen 2,8″ TFT Monitor mit 460.000 Punkten. Etwas mager für eine Edelkompaktkamera. Canon hat der G1X ein 3″ TFT Display mit 920.000 Punkten spendiert. Dieser Punkt geht klar an die Canon, zumal das Display zusätzlich klapp- und schwenkbar ist!  Da das Display einer Kamera für die Bildbeurteilung wichtig ist und es bei Canon zudem möglich ist leichter aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zu fotografieren, ergeben sich für die G1X klare Vorteile!

Optische Sucher haben ebenfalls beide Kameras, wobei diese nicht besonders hilfreich sind. Leider hat Fuji das Hybrid-Suchersystem der X100 nicht übernommen. Ich persönlich mag optische Sucher sehr, bei beiden Kameras sind es aber doch eher “Gucklöcher” und begründen keine Entscheidung. Full-HD Videos mit 30B/S zeichnen beide Kameras auf – auch hier Gleichstand. Fuji spendiert der X10 eine Serienbildgeschwindigkeit von 7 Bildern pro Sekunde (JPG) während Canon bisher etwas magere 1,9 Bilder pro Sekunde (JPG) aufzählt. Wer sich in meinem Blog schon mal umgesehen hat, weiß dass ich meist statische Motive fotografiere. Für mich spielt die Seriengeschwindigkeit also nur eine kleine Rolle. Will man aber die tobenden Kinder oder Haustiere in Aktion fotografieren, dann ist das sehr wohl ein Kriterium! Hier gewinnt die Fujio X10! Bezüglich des Akkus herrscht ebenfalls nahezu Gleichstand: die Fuji ist mit 250 Bildern und die Canon G1x mit 270 Bildern pro Akkuladung angegeben (Display eingeschaltet).

Kommen wir zu den Sensoren, hier wird es spannend. Fuji setzt auf einen 2/3″ Sensor mit den Maßen BxH 8,8xmm6,6mm also mit 58mm² Fläche. Zum Vergleich hat ein 1/1,8″ Sensor 38,88 und der einer handelsüblichen Kompaktkamera mit 1/2,5″ Sensor nur 24,94 Quadratmillimeter Fläche. Ein Micro-Four-Thirds-Sensor besitzt 224,90 mm², ist also 3,9 mal größer als der Sensor der X10 bei gleicher Auflösung (z.B. bei meiner Pen E-PL1). Die Pixeldichte der Fuji X10 ist also ca. 3,9 mal höher als bei MFT. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten.

Der Canon G1X Sensor besitzt eine Größe von 18,7x14mm mit einer Fläche von 261,8mm², also größer als ein MFT-Sensor. Zwar hat er auch 16% mehr Megapixel als der Fuji-Sensor aber er ist auch 4,5 mal größer! Bezüglich des Rauschverhaltens ist er also besser aufgestellt, formal sogar besser als MFT! Die Sensor-Wertung geht klar an Canon. Ich habe hier die EXR-Modi der Fuji nicht gewichtet, da beim Pixelbinning natürlich auch die Auflösung wieder um die Hälfte heruntergeht. Dazu gibt es mehr bei der Beurteilung der Bildqualität.

Optik: Was Canon beim Sensor sehr gut gemacht hat, vernachlässigen sie wieder bei der Optik. Wie die Fuji hat die Canon ein 4-fach Zoom mit 28mm-112mm eingebaut. Allerdings spendiert Canon nur eine Lichtstärke von 2,8 – 5,8. Fuji hingegen beginnt bei 2,0 und endet bei 2,8 im Telebereich. Das Freistellungspotential ist bei der Fuji also besser, ebenso kann man länger mit niedrigen Empfindlichkeiten fotografieren. Hier geht der Punkt an die Fuji X10!

Bisher schlagen sich beide Kameras gut! Im dritten Teil werde ich die bisherigen Erkenntnisse bezüglich der Bildqualität und der Eingangsdynamik behandeln.

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  2 Responses to “Fuji X10 oder Canon G1X Teil 2”

  1. Die Freistellungsmöglichkeit ist nucht nur von der Blende abhängig, sondern auch von der Sensorgröße und deshalb bei der Canon wesentlich (!) höher, als bei der Fuji.

  2. Da bin ich gespannt! So wie ich gelesen habe muss man die Fuji eh’abblenden. Wenn Canon mit dem großen Sensor bei Offenblende tauglich wäre dann heißt es in der Tat Vorteil für Canon. Aber mal die Tests abwarten.

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